More Parodies of Lortzing's Zarenlied.

My post on the Frisian “In liet fen Radbod” - a parody on Lortzing's "Zarenlied" - made me realize that more songs were written on this remarkable popular - volkstümlich - melody.
So on the following pages I've tried to collect as much parodies of the Zarenlied as I was able to find.
Due to the character of the internet, it is always possible that this collection will grow, so stay tuned to this page for updates.
If you know of a Zarenlied-parody not mentioned on this website, please, let me know.

Zarenlied - The Original.

Sonst spielt ich mit Zepter, mit Krone und Stern,
das Schwert schon als Kind, ach ich schwang es so gern.
Gespielen und Diener bedrohte mein Blick
froh kehrt ich zum Schoße des Vaters zurück
Und liebkosend sprach er: Lieb Knabe bist mein
O selig, o selig, ein Kind noch zu sein

Nun schmückt mich die Krone, nun trag ich den Stern
das Volk, meine Russen, beglückt ich so gern.
Ich führ sie zur Größe, ich führ sie zum Licht
mein väterlich Streben erkennen sie nicht.
Umhüllet von Purpur, nun steh ich allein:
O selig, o selig, ein Kind noch zu sein

Und endet das Streben, und endet die Pein
so setzt man dem Kaiser ein Denkmal aus Stein
Ein Denkmal im Herzen erwirbt er sich kaum
denn irdische Größe erlischt wie ein Traum
Doch rufst du, Allgüt´ger: In Frieden geh ein
So werd ich beseligt dein Kind wieder sein


Text: Ph. Salomon Reger (1837)
Musik: Albert Lortzing (1837) , aus der Oper "Zar und Zimmermann" , zuerst aufgeführt am 22. Dezember 1837 in Leipzig. Der Text der Oper ist vom Komponisten Lotzing selbst, das Zarenlied aber von Ph. Salomon Reger , der gleichzeitig mit Lotzing Schauspieler am Leipziger Theater war.

Die zwei Sterne - The Zarenlied as a masonic song 1.

1.
Zwei Sterne hoch oben am himmlischen Zelt
Beleuchten, bestrahlen, beglücken die Welt.
Die Freundschaft, die Liebe, dem Maurer bekannt,
Verbinden die Herzen und knüpfen das Band.
Steht Freundschaft und Liebe im engen Verein,
Dann selig, dann selig, ein Maurer zu sein!

2.
Vereint euch, ihr Brüder, mit Kraft und mit Muth,
Betrachtet die Freundschaft als himmlisches Gut!
Im Zeichen, im Worte, im Griff und im Blick
Vergeßt nicht der Freundschaft unendliches Glück!
Laßt’s immer ertönen im Bruderverein:
O selig, o selig, ein Maurer zu sein!

3.
Und ruft einst der Meister vom himmlischen Thron:
“Komm’ zu mir, o Maurer, nimm hin deinen Lohn!”
Dann wankt nicht im Glauben, verzagt, Brüder, nicht,
dort seh’n wir uns wieder im himmlischen Licht!
Und Engel mit Harfen, sie stimmen dann ein:
O selig, o selig, ein Maurer zu sein!

Was Segen euch bringet - The Zarenlied as a masonic song 2.

1.
Was Segen euch bringet und Heil und Gedeihn,
Ist einzig die Liebe im treuen Verein;
Ob rastlos ihr Kelle und Hammer auch schwingt:
Fehlt Lieb’ euch, die Arbeit doch nimmer gelingt.
Drum laßt uns dem Rufe der Liebe vertraun,
Vereinigt in Liebe nur lasset uns bau’n!

2.
Dann steiget stets höher zu Zinne hinan
der Bau nach des meisters erhabenem Plan,
Dann fügen und schließen sich Steine an Stein’,
Dann wird es ein Werk für die Ewigkeit sein!
Drum laßt uns dem Rufe der Liebe vertraun,
Vereinigt in Liebe nur lasset uns bau’n!

3.
Paläste der Erde, sie müssen vergehn,
Und sollte ihr Bau auch Jahrhunderte stehn;
Doch geistige Werke der Liebe, nur sie,
Sie bleiben und wanken in Ewigkeit nie!
Drum laßt uns dem Rufe der Liebe vertraun,
Vereinigt in Liebe nur lasset uns bau’n!

Lyrics: A. Grebe

Robert Blum - "Sonst spielt'st Du Piano und Violoncell' "

This poem by Lortzing's friend Robert Blum was made for and read on Lortzing's 44th birthday, during a small birthday party on October, 23th 1845.
It is counterfeited on the famous melody of the Tsar's song "Sonst spielt' ich 'mit Zepter" from the third act of "Zar und Zimmermann" (Tsar and Carpenter).

Sonst spielt'st Du Piano und Violoncell'
Den Taktstock, als Kind schon, schwangst leicht Du und schnell,
Musiker und Sänger verfolgte Dein Blick.
Du hielt'st ihre Kunst für das süßeste Glück,
Du träumtest und sehntest und dachtest allein:
O, seelig! o, seelig! Tondichter zu seyn.

Nun schwingst Du den Taktstock, nun dichtest Du Tön',
und jedermann findet sie trefflich und schön.
Die Sänger und Musiker führst Du zum Licht,
Wobei es Dir selbst nicht am Ruhme gebricht.
Und streichst Du die blanken Dukaten dann ein,
Dann rufst Du: O, seelig! Tondichter zu seyn.

Drum weil das Geschick Dein Verlangen gestillt
Und liebend wie selten Dein Sehnen erfüllt,
So wünsch ich: Stets bleibe die Muse Dir hold
Und spende Dir reichen Ruhm, Ehr' und Geld.
Dann rufst Du als Greis noch im silbernen Schein:
O, seelig! o, seelig! Tondichter zu seyn.

Source: Heinz Schirmag: "Albert Lortzing - Glanz und Elend eines Künstlerlebens", pg. 280.

Dr. Ernst Schmidt - Deutsches Czaarenlied 1

Dr. Ernst Schmidt (1830-1900) - aka "Der rothe Doktor von Chicago" was a German medical practitioner and revolutionist. In 1849, 19 jears old, he published this parody in the Neue Fränkische Zeitung.

Sonst spielt' ich mit Scepter und Krone und Stern
Mein Volk zertrat und beschimpfte ich so gern,
Drum jagte man mir ein paar Kugeln um's Ohr,
Ich eilte nach Hause und blieb wie zuvor.
Im Hause vertrank ich den Schrecken in Wein
O selig, O selig betrunken zu sein!

Da kam eine böse und garstige Zeit,
Ich mußte erdulden manch bitteres Leid,
Ich wurde Schauspieler auf wankelndem Thron,
Doch blieb ich drauf sitzen dem Volke zum Hohn.
Umgeben von Sorgen trank Schnaps ich und Wein,
O selig, O selig betrunken zu sein!

Nun ist die Gefahr und das Schwanken vorbei,
Die verthierten Söldlinge blieben mir treu,
Die Krone sitzt wieder ganz fest auf dem Haupt
So wahr ich dem Volke sein Recht schon geraubt,
Ich trinke aus Freuden manch' Schnäpschen und Wein,
O selig, O selig betrunken zu sein!

Und jetzt bin ich gar noch zum Kaiser gemacht,
Wer hätte auf Erden wohl daran gedacht!
Wie ich mich als König fast täglich blamiert,
So wird auch die Herrschaft als Kaiser geführt,
Doch trink ich von jetzt nur Champagnerwein,
O selig als Kaiser betrunken zu sein!

Source: Axel W.-O Schmidt: Der rothe Doktor von Chicago - ein deutsch-amerikanisches Auswandererschicksal.
Frankfurt am Main 2003, pg 466

Dr. Ernst Schmidt - Deutsches Czaarenlied 2

Einst spielt ich dem Volke Komödie vor,
Bis endlich zuletzt die Geduld es verlor.
Es machte Spektakel, das war mir doch neu!
Zum Glück blieb die brave Armee mir noch treu.
Krawall überall - halt, da fiel mir was ein:
O selig, der Kaiser von Deutschland zu sein!

Drei Tage lang schoß ich dem Volke was vor,
Dann hielt ich 'ne Rede, süß kitzelnd das Ohr.
Ich wollt' an der Spitz' der Bewegung mich seh'n,
Das hieß: sichern Fußes zum Kaiserthron geh'n.
Der Plan was gewiß doch recht schlau und recht fein -
O selig, der Kaiser, der Kaiser von Deutschland zu sein!

Da brütete Frankfurt die Grundrechte aus,
Die deutsche Verfassung, O heilloser Graus.
Der Kaiser braucht's Veto doch rein absolut,
G'rad so wie mein Schwager die freundliche Knut!
Ja mit diesem Veto, da schlüg' ich wohl ein.
O selig, der Kaiser von Deutschland zu sein!

So war denn gescheitert der künstliche Plan,
Ich fing nun das Ding etwas häuslicher an.
Ihr habt mir gelassen ein volles Jahr Zeit,
Nun kommt' mal, schon steht die Armee wohl bereit.
Ihr werdet Euch fügen, sonst schlage ich drein -
O selig, der Kaiser von Deutschland zu sein!

Was soll die Verfassung von Frankfurt denn mir?
Hier die octroyirte, die nehmt ruhig ihr!
Erreicht ist mein Ziel, ich bin Reichsmajestät,
Und Deutschland wird ........'e Provinz jetzt versteht!
Schon eilet mein siegreiches Heer nach dem Rhein -
O selig, der Kaiser von Deutschland zu sein!


Source: Axel W.-O Schmidt: Der rothe Doktor von Chicago - ein deutsch-amerikanisches Auswandererschicksal.
Frankfurt am Main 2003, pg. 467

Adolf Glaßbrenner: Kaspar, der Mensch (1850)

II. Act, "Chor der Reformer".

1.
Sonst liebte ich Scepter und Krone und Stern,
Jetzt wünsch’ ich zum Teufel den König und Herrn!
Sein Stern ist mein Elend, die Krone mein Leid;
Er schwur mir die Freiheit, frech brach er den Eid!
Doch, Brüder, wir wühlen, die Saat wird gedeih’n:
O selig, o selig, ein Wühler zu sein!
O selig, o seeeelig, ein Wühler zu sein!

2.
Schützt, Herrscher, im Glanz und der Hoheit, o sprich!
Die glücklich situirte Minderheit Dich?
Wir waren’s, das Volk, das geknechtet so tief!
Nun aber, nun wühlen Dein Grab wir, Khalif!
Die Schande der Menschheit, bald deckt sie ein Stein:
O selig, o selig, ein Wühler zu sein!
O selig, o seeeelig, ein Wühler zu sein!

3.
Nicht sollen verprassen den Reichtum des Reich’s
Die Emire, Bonzen, Maitressen und Scheich’s;
Der Wille des Volkes, der Lohn wie die That,
Die Bruderhand Allen: das sei unser Staat,
Und Cultus die Schönheit, Sang, Liebe und Wein:
O selig, o selig, ein Wühler zu sein!
O selig, o seeeelig, ein Wühler zu sein!

Eine Whistgesellschaft! Vorerst nur ein Tisch mit einem Strohmann.

Louis Philippe (the "Roi citoyen") of France, Friedrich Wilhelm of Prussia and Clemens Metternich of Austria playing Whist in London after the revolution of 1848.

"Sonst spielt ich mit Scepter, mit Krone und Stern".
Altes Lied, vielstimmig eingerichtet und zum beliebigen Gebrauch gewidmet den Allerhöchsten Herrschaften von N.N.
Caricature, taken from "Eduard Fuchs: 1848 in der Caricatur".

Copy in the National Library of the Netherlands.

In liet fen Radbod.

Read my blogpost "Even Radbod once played with Scepter and Crown" for more info.

1. Iens boarte ik as berntsje mei haedstêf en kroan,
Mei skild en mei swird, dat ik swaeide aloan;
Elts fleach op myn winken, hja troaiden my sa;
Blier tommele ik den op myn Heitsje wer ta.
Myn Ok”, sei er den, “koeze, honke, dou, dou,
Ho sillich, ho sillich, ljeaf berntsje, bistou,
Ho sillich, ho sillich, ljeaf berntsje, bistou!”

Eens speelde ik als kind met hoofdstaf en kroon,
Met schild en zwaard, dat ik telkens zwaaide
Ieder vloog op mijn wenken, ze stelden me zo tevreden;
Blij tuimelde ik dan weer naar mijn Vadertje toe.
Mijn Schat” zei hij dan, mijn lieve heerlijke duifduif.
Wat een zalig, wat een zalig lief kindje ben jij,
Wat een zalig, wat een zalig lief kindje ben jij!

2. Nou fier ik de haedstêf, nou draech ik de kroan,
Ik wrot for myn Fryslân by jountiid en moarn;
Ik wol it bihâlde for 't oerâlde ljocht,
Nin ien, dy't myn wyt, dy't myn bodzjen trochsjucht;
Swiid klaeid yn it poarper, hwet nju hab ik nou?
O sillich, o sillich, lyts berntsje, bistou,
O sillich, o sillich, lyts berntsje, bistou!

Nu voer ik de hoofdstaf, nu draag ik de kroon
Ik zwoeg dag en nacht voor mijn Friesland
Ik wil het behouden voor het oeroude licht,
Niemand doorziet het doel van mijn geploeter;
Prachtig gekleed in purper, welk genoegen heb ik nu?
O zalig, o zalig lief kindje ben jij,
O zalig, o zalig lief kindje ben jij!

3. Is't skrippen iens oer, liif en holle to'n ein,
Ald – Starum set Radbod in preal-grêf oerein;
Tinkt Fryslân oan him? Och, de neiteam forjit:
De greatens fen de ierder is in stjer, dy't forsjit,
Alfader! Wrâlds fâder! Och, meitsj' my wer gau
In sillich, ynsillich, ljeaf berntsje fen Jo,
In sillich, ynsillich, ljeaf berntsje fen Jo!

Is het harde werken voorbij, lijf en hoofd versleten,
Oud-Stavoren bouwt een praalgraf voor Radbod
Denkt Friesland aan hem? Ach, het nageslacht vergeet:
de grootsheid van aleer is als een ster die verschiet,
Almachtige Vader! Vader van de Wereld! Ach, maak mij weer gauw
Een zalig, inzalig lief kindje van U,
Een zalig, inzalig lief kindje van U!

Frisian lyrics: by L.C.
Dutch translation: Auke de Haan en Ida Terluin

Einst lebt ich so harmlos in Freiheit und Glück.

Einst lebt´ ich so harmlos in Freiheit und Glück
gefüllt war der Beutel, stets heiter mein Blick.
Ich klirrte mit Sporen, ich schwang das Rappier
zu frohen Gesängen wie schmeckte das Bier!
Frohlockend stets schwärmt´ ich durch Fluren und Hain
o selig, o selig, ein Fuchs noch zu sein!

Jetzt hab ich Semester und heiss‘ altes Haus,
das war ja mein Sehnen, da strebt‘ ich hinaus!
kein Moos nur in Bänken, der Bären so viel,
die brummen entsetzlich, nie werden sie still!
Die Schätze der Weisheit sind auch noch nicht mein,
o selig, o selig, ein Fuchs noch zu sein!

Und endet der Bursche und muss er nach Haus,
umarmen ihn Freunde noch einmal beim Schmaus.
Von manchem vergessen, der nahe ihm stand,
verlässt er der Freiheit geheiligtes Land
er wird ein Philister und steht so allein
o selig, o selig, ein Fuchs noch zu sein!

Source: Volksliederarchiv

Many thanks to Martin Betz for pointing me to this website.