{"id":175,"date":"2016-06-02T20:29:00","date_gmt":"2016-06-02T20:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/albertlortzing.org\/?page_id=175"},"modified":"2020-01-09T20:31:07","modified_gmt":"2020-01-09T20:31:07","slug":"10-gustav-albert-lortzing-die-opernprobe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/albertlortzing.org\/?page_id=175","title":{"rendered":"10 &#8211; Gustav Albert Lortzing &#8211; Die Opernprobe."},"content":{"rendered":"\n<p>Schon in der zweiten H\u00e4lfte des Mai 1850 begann er mit dem Einstudieren seiner neuen ein\u00e4ktigen Oper, der  \u201cOpernprobe\u201d.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Mi\u00dfliche Umst\u00e4nde, namentlich des Fehlen der n\u00f6tigen Kr\u00e4fte, verhinderte es, da\u00df der Komponist sein Werk selbst zur ersten Auff\u00fchrung dirigieren konnte und so hat einer Privatkorrespondenz zufolge die \u201cOpernprobe\u201d in der Vorstellung vom 20. Januar 1851 zum erstenmal in Frankfurt a.M. das Licht der Lampen erblickt. Die Nachricht von dem g\u00fcnstigen Erfolg traf Lortzing nicht mehr unter den Lebenden, einen Tag nachher war er gestorben. Das Textbuch war zusammengestellt nach J\u00fcngers* \u201cKom\u00f6die aus dem Stegreif\u201d; textliche Schwierigkeiten, der Beseitigung der geschickten bessernden oder oft auch neu schaffenden Hand Lortzings sonst ein Leichtes war, vermochte der gebrochene Mann nicht mehr zu heben, so da\u00df er von der Verantwortung, von seinen alten soliden Wegen abgewichen zu sein, wohl freigesprochen werden mu\u00df. Das deutsche Volkslied verdankt Lortzing ins seinen zahlreich eingestreuten, tief empfundenen Liedern manche k\u00f6stliche Bereicherung; in der \u201cOpernprobe\u201d aber hat er, zu meist wohl veranla\u00dft durch den seiner gebrochenen Widerstandskraft aufgedrungenen Text, die richtige grenze zwischen dem Volkslied und der possenhaften Karikatur desselben, nicht mehr einzuhalten gewu\u00dft und kann hier nur konstatiert werden, da\u00df die sogenannte \u201cArie\u201d Nr.3 \u00fcber die \u201cBestimmung\u201d mit den sonst moralisch so gel\u00e4uterten und seinf\u00fchligen Gepflogenheiten des Komponisten nichts gemein hat. Auch der eigentlich musikalische Teil zeigt mancherlei Schw\u00e4chen und nicht selten mu\u00df die Routine die fr\u00fcher so lebendig sprudelnde Sch\u00f6pferkraft ersetzen. Nicht uninteressant sind mehrere Ensemblest\u00fccke, so das burschikos gehaltene Sextett Nr.5, das drollige Duett Nr.9, sowie das Finale Nr.10; von vorz\u00fcglicher Wirkung ist die Kavatine Nr.6 des jungen Baron Reinthal. In ihrem Entstehungsjahre fiel die \u201cOpernprobe\u201d nach f\u00fcnfundzwanzig Vorstellungen der Vergessenheit anheim; nach mehr als vierzig Jahren wurde sie wieder hervorgeholt und bewies dann erneut ihre Lebensf\u00e4higkeit an einer gro\u00dfen Anzahl hervorragender B\u00fchnen.<\/p>\n\n\n\n<p>*Johann Friedrich J\u00fcnger, geboren am 15. Februar 1759 zu Leipzig als der Sohn eines Kaufmanns, sollte sich in Chemnitz dem Handelsfache widmen, kehrte aber bald nach Leipzig zur\u00fcck und studierte hier die Rechte.Seine Liebe zu den sch\u00f6nen Wissenschaften, besonders zur dramatischen Dichtkunst, lie\u00dfen ihn jedoch die Laufbahn eines Juristen nicht weiter verfolgen. Er \u00fcbernahm f\u00fcr kurze Zeit eine Hofmeisterstelle bei zwei Prinzen, lebte dann eine Zeitlang auf G\u00f6schens Landgute mit Schiller zusammen, privatisierte darauf in Weimar und ging endlich 1787 nach Wien, wo er 1789 eine Anstellung als Dramaturg und Hofdichter am Burgtheater erhielt, die er bis 1794 inne hatte. Bei der Umgestaltung des Wieners Theaters entlassen, lebte er von dem sp\u00e4rlichen Ertrage seiner Schriftstellerlei so einsiedlerisch, da\u00df er infolge hiervon einer tiefen, oft an stillen Wahnsinn grenzenden Melancholie anheimfiel. Er starb am 25. Februar 1797. Die \u201cKom\u00f6die aus dem Stegreif\u201d erschien in einer Sammlung \u201cKomisches Theater II\u201d 1792-95.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">11 &#8211; Gustav Albert Lortzing &#8211; Letzte Werke und Schlu\u00df. \u203a<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon in der zweiten H\u00e4lfte des Mai 1850 begann er mit dem Einstudieren seiner neuen ein\u00e4ktigen Oper, der \u201cOpernprobe\u201d. Mi\u00dfliche Umst\u00e4nde, namentlich des Fehlen der n\u00f6tigen Kr\u00e4fte, verhinderte es, da\u00df der Komponist sein Werk selbst zur ersten Auff\u00fchrung dirigieren konnte und so hat einer Privatkorrespondenz zufolge die \u201cOpernprobe\u201d in der Vorstellung vom 20. 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